Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn

Aufruf an Alle - Ein Württemberger braucht dringend Hilfe

 

Ende Januar tauchte in einem Internetforum mehr als Nebenprodukt eines Beitrags ein Wagenkasten auf. Recht schnell war klar, daß es sich hierbei um einen Württemberger handelte. Noch bevor ich Zeit für einen Blick in die Fachliteratur hatte,  gab es bereits per eMail Alarm durch die üblichen Verdächtigen unseres Aktivenstamms. Bald darauf folgte ein erster Ortstermin. Leider gab es keinen Hinweis auf den Eigentümer des eingezäunten Geländes und auch die Nachbarschaft half nur wenig. Zumindest war klar, daß es sich um einen aufgelassenen Modellbahnclub handeln mußte. Die Wochen vergingen erfolglos. Im Juni schließlich fuhren wir nochmals hin und konnten über das Grundstück einer verständnisvollen Nachbarin zum Wagen vordringen. So war es möglich, eine Visitenkarte an der Tür anzubringen. Wenige Tage später erhielt ich den erwarteten Anruf und nur eine Minute später war der Württemberger einen großen Schritt seiner Heimat näher. Noch in der gleichen Woche gab es einen Ortstermin mit den Eigentümern. Bei diesem Gespräch fiel dann der Satz des Vorsitzenden, den wir uns alle zusammen als SEH in den vorangegangenen Jahren erarbeitet haben: „Es ist uns einen Ehre, den Wagen in ihr Museum zu geben“. Damit war dann alles klar.

 


 

Wie wertvoll dieser Wagen für unsere Sammlung ist, muß nicht erst betont werden. Als SEH ist es nahezu unsere Pflicht, den Wagen zu retten. Gerade vor ein paar Wochen mußte ich einem SWR-Reporter Rede und Antwort stehen, als er mich nach unseren badischen und württembergischen Fahrzeugen befragte. Mit der wü. T3 „888“ und dem Bi-bad-12 „1234“ war ich eigentlich gleich fertig, so daß ich mich mit Fahrzeugen der MF Esslingen und den einst für den Betrieb in süddeutschen Gefilden typischen Vertretern in unserer Sammlung über die Zeit rettete.

 

          


 

Die Originalnummer konnte anhand der noch lesbaren Bauzugwagennummer „Stuttgart 7935“ noch nicht bestimmt werden.  Zweifelsfrei handelt es sich aber um einen CCi nach der württembergischen Zeichnung 203511. Zwischen 1902 und 1906 wurden 85 Wagen dieser Bauart beschafft und unter den Betriebsnummern 4901 bis 4985 bei den K.W.Sts.B. in Dienst gestellt. Eine Abhandlung über  Bauart und Geschichte wird demnächst auf unserer Internetseite zu lesen sein. Unser Wagen kam 1964 als Vereinsheim zum Modellbahnclub. Auf eigenen Achsen wurde er auf einem heute längst stillgelegten Gleis zu seinem Bestimmungsort gebracht, mittels Schienenkran von den Drehgestellen gehoben und zum Standplatz geschwenkt. Dadurch sind bis auf die Drehgestelle nahezu alle Teile noch vorhanden. Die passenden Drehgestelle befinden sich aus früheren Erwerbungen bereits in Heilbronn. Einmalig ist, daß selbst zwei Drittel der originalen Inneneinrichtung durch die Verwendung als Clubheim erhalten blieben. Der Gesamtzustand des Wagens kann Dank der Pflege der Clubmitglieder vor Ort als überdurchschnittlich gut bezeichnet werden.

 

So leicht die Übernahme war, so schwer gestalten sich leider Bergung und Transport. Der Wagen steht so ungünstig neben dem ehemaligen Bahnsteig, daß selbst eine Anfahrt mit dem Pkw schwierig ist. Eine Befahrung des noch vorhandenen Gleises ist nahezu unmöglich und das nebenan verlaufende Gleis liegt einige Meter tiefer, so daß auch hier ein Kran gebraucht würde. Einen Schienenkran anzufahren ist nicht finanzierbar. Außerdem müssten hierzu die Drehgestelle vor Ort mittels Kran eingebaut werden, die sicher nicht sofort passen. Unvorhersehbare technische Probleme, Sondergenehmigungen, Lauffähigkeitsuntersuchung vor Ort und schließlich der Schienentransport sprechen klar gegen eine solche Vorgehensweise. Zwischenzeitlich wurden alle Alternativen ausgelotet. Einzige sinnvolle Möglichkeit ist somit der Straßentransport. Es gibt die Möglichkeit, auf dem Grundstück einer benachbarten Firma einen entsprechend großen Kran zu stellen, der die knapp 30m überbrückt und den Kranführer mittels Funkkontakt zu dirigieren. Einen Ortstermin mit dem Kranunternehmen hat es bereits gegeben und theoretisch ist soweit alles klar. Am 20.Oktober waren wir mit acht Mann vor Ort und haben sämtliche Vegetation im Schwenkbereich des Krans zurückgeschnitten, so daß seit Jahren wieder einmal Sonne an das Fahrzeug kam.  Allerdings steht er nun auch wie auf dem Präsentierteller und sollte schnellstens weg.

Was jetzt noch fehlt, ist die Finanzierung der aufwändigen Aktion. Es liegt ein Komplettangebot des örtlichen Unternehmens vor, daß bei knapp 8000€ liegt. Die Kosten sind leider durch den erhöhten Aufwand mit dem benötigten großen Kran gerechtfertigt.

Daher mein Aufruf Rettet den Württemberger an alle SEH-Mitglieder. Bei fast 400 Mitgliedern verteilt sich die Last und ich denke, 20, 50 oder 100€ kann jeder entbehren, manch einer vielleicht sogar mehr.

Unser Spendenkonto:

Kreissparkasse Heilbronn

BLZ 62050000, Kto.-Nr. 1167100, BIC: HEIS DE 66, IBAN: DE72620500000001167100

Stichtwort „Württemberger“

 

Jeder weitere Tag im Freien setzt dem Wagen zu. Noch einen Winter wollen wir ihm nicht zumuten. Packen wir es an, ich zähle auf Euch.

 

 


 

öhringen

 

NICHT REDEN – HANDELN!

Übernahme der beim Brand zerstörten 23 105 und 86 457 des DB-Museum Nürnberg

Mit großer Bestürzung haben wir im SEH, wie alle Eisenbahnfreunde, die Nachricht vom Brand im Depot des DB-Museum in Nürnberg erfahren. Den ersten Medienberichten nach mußte mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Wenige Tage später folgte die Gewißheit, daß wenigstens ein Teil der Fahrzeuge nicht aufgegeben werden muß. Mit der Überführung der Dampflokomotiven und der E75 in die Halle 2 des AW Nürnberg kam sogar etwas Optimismus auf.

Nachdem mittlerweile fast ein halbes Jahr vergangen war und, mit Ausnahme der Lok ADLER, keinerlei Perspektiven für die Fahrzeuge aufgezeigt wurden, beschloß das SEH, sich zumindest einer Lok anzunehmen. Mit der 23 105 war schnell eine Wunschlok gefunden. Die Baureihe war zwar nie in Heilbronn beheimatet, doch als Wendelok ständig hier zu Gast und somit sehr typisch.

Die erste Anfrage in Nürnberg zeigte durchaus positive Resonanz. Bei einem Besichtigungstermin kam das Gespräch auch auf die anderen Fahrzeuge. Leider war es nicht möglich, die 01 oder 45 zu übernehmen. Beide Lok kommen ins nicht zugängliche Depot Lichtenfels. Doch mit der 86 457 konnte zusätzlich auch ein sehr attraktives Exponat übernommen werden.

Vertraglich sind beide Lok für zunächst 10 Jahre im SEH. Ziel ist zumindest die Aufarbeitung in einen optisch ansprechenden Zustand. Eine Betriebsfähigkeit sieht der Vertrag nicht vor, könnte bei Bedarf aber ergänzt werden.

Nachdem das Werk Meinigen reichlich Vorarbeit für die Lauffähigkeit zum AW Nürnberg geleistet hatte und keine nennenswerten Schwierigkeiten auftraten, konnten wir einen Transport auf eigenen Achsen nach Heilbronn planen. Mit Unterstützung der V100 1041 der NeSA, dem Gerätewagen von „Die Bahnmeisterei“ und einem Dutzend SEH-Mitarbeitern wurden beide Lok nach gründlicher Vorarbeit am 4. und 5. Mai nach Heilbronn überführt.

Mit der Übernahme beider Lok erweitern wir unsere Sammlung beachtlich. Dennoch zielt das Projekt nicht in erster Linie auf Eigennutz. Das SEH fühlt sich verpflichtet, einen entsprechenden Anteil an der Beseitigung des entstandenen Schadens zu leisten und dabei eigene Projekte zurückzustellen.

Der Brand in Nürnberg hat allgemein nicht nur eine große Anteilnahme unter Eisenbahnfreunden gefunden, sondern ebenso sehr viele Bekenntnisse zur Hilfsbereitschaft hervorgerufen. Daher möchte das SEH jedem Hilfswilligen die Möglichkeit einräumen, seinen Anteil an der Aufarbeitung zu leisten. Es ist geplant, gemeinschaftliche Arbeitswochen einzurichten. Dabei wird vom SEH für Unterkunft und Verpflegung gesorgt. Zudem kann sich Jedermann an den üblichen Arbeitstagen unter fachkundiger Anleitung zu Hilfseinsätzen melden und so seinen Beitrag zur Wiederaufarbeitung leisten. Bis zu den Dampftagen am letzten Maiwochenende bleiben beide Lok unberührt, um letztmalig die Gelegenheit zur Besichtigung zu geben.

Außerdem ist geplant, eine Tombola mit attraktiven Sachpreisen zugunsten beider Lok einzurichten. Eventuell könnten wir uns für diesen Zweck auch eine Versteigerung einiger bizarr verformter Manometer oder Lokschilder vorstellen.

Im Gegenzug sind wir auch auf der Suche nach diversen Fehlteilen. In vielen Hobbykellern schlummern unzählige Teile, deren Besitzer sich vielleicht zu einer Abgabe für diesen Zweck durchringen können. Fehlteile sind alle Bauteile der elektrischen Anlage wie Lichtschaltkasten, Wasserstandsleuchten, Steuerbockleuchte, Verteilerkasten, Stecker, und Steckdosen sowie Manometer und die gesamte Beschilderung.

Natürlich kann dieses Projekt auch durch Spenden unterstützt werden. Hierfür steht bei der Kreissparkasse Heilbronn BLZ 620 500 00 das Konto Nr. 1167100 zur Verfügung. Als Verwendungszweck bitte „Hilfe für 23 und 86“ eintragen. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt, ab 50,00 €.

Ansprechpartner für Mitarbeit und Fehlteilbeschaffung ist das SEH - Team 07131 3907434