Erstmals wurden im Jahre
1902 von der Preußischen Staatsbahn vierachsige D-Zug-Packwagen beschafft.
Zwei
Jahre später wurde diese Bauart unter Weglassung der Übergangseinrichtungen
in sonst gleicher Ausführung für
die Züge mit vierachsigen Abteilwagen ausgeliefert. Einzige nennenswerte
Bauartänderung war ab 1910 der
Übergang vom hölzernen Wagenkasten zum stählernen Wagenkastengerippe. Es
wurden insgesamt bis 1922 etwa
500 Wagen ohne Durchgang (Blatt IIa 10) und 857 Packwagen mit
Faltenbalgübergängen (Blatt DII bzw. IIa 9) für
die KPEV beschafft. Später galt einheitlich die Zeichnung Bl 134. Als einen
von vier erhaltenen Wagen enspricht
unser Wagen der Holzbauart nach Blatt IIa 10, also ohne
Übergangseinrichtung und ist damit der einzige erhaltene
Wagen dieser Bauart. Er wurde im Jahr 1904 von der Wagenfabrik van der Zypen&Charlier
in Köln gebaut. Seine
erste Betriebsnummer lautete „3415 Posen“. Zwischen den Kriegen war er
vermutlich der RBD Osten zugeteilt und
verblieb nach 1945 im Bereich der sowjetischen Besatzungszone. Als „108 647
Dresden“ wurde er bis in die 60er
Jahre eingesetzt und diente anschließend als Lagerwagen der Bahnmeisterei
Doberlug-Kirchhain. Abgestellt im
dortigen Bahnstromwerk überlebte er nur durch Ausfall des
Verschrottungsgeräts und konnte in letzter Minute
sichergestellt werden. Im Sommer 2003 konnte das SEH das Fahrzeug übernehmen
und nach einigen
vorbereitenden Arbeiten auf eigenen Achsen nach Heilbronn überführen.
Zu Länderbahnzeiten war
es Vorschrift, daß in jedem Zug hinter der Lokomotive ein nicht mit
Reisenden besetzter
Schutzwagen lief. In der Regel wurden dafür die Pack- oder Postwagen
verwendet. Durch den Erwerb dieses
seltenen Wagens wird somit später auch mit dem rotbraunen „3415 Posen“ eine
authentische Zugbildung möglich
werden.