Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn

Arbeiten zur Inbetriebnahme der T 91 „7294 Cöln“ nach M III-4f

 

Zur Wiederinbetriebnahme der Lok müssen hauptsächlich die bekannten, durch Konstruktionsmängel hervorgerufenen Schäden am Neubaukessel behoben werden. Nachdem die Lok dafür weitgehend zerlegt werden mußte, ist es ratsam, die Lok auch optisch in einen musealen Zustand zurückzuversetzen. Diese Arbeiten, auf die bei der Aufarbeitung 1992 keinerlei Wert gelegt wurde, sind im Umfang weit aufwändiger als die erneute betriebsfähige Aufarbeitung. Endziel ist eine dem letzten Länderbahnzustand entsprechende, betriebsfähige T9.1.

Neben den üblichen Arbeiten einer Hauptuntersuchung sind nachfolgende Schäden zu beheben und Schönheitsreparaturen auszuführen. Die Auflistung soll einen groben Überblick über die anstehenden Arbeiten geben.

 

Reparaturarbeiten am Kessel

  • Kessel ausbauen (erledigt)
  • Rohrsatz vollständig ausbauen (erledigt)
  • Reinigung der Innenwände von den Rostblüten (Sandstrahlen innen und außen) (erledigt)
  • Maßnahmen zur Vermeidung der Scheuerstellen zwischen Quer- und Deckenankern
  • Vergrößerung des Rohrquerschnitts zu den Anstellventilen im Kessel
  • Einbau eines „Kommunikationsrohres“ vom Dampfstock im Führerhaus zum Dampfdom
  • Überarbeitung der Rohrwände zum Rohreinbau
  • Aufarbeitung des Reglers
  • Aufarbeitung sämtlicher Waschlukenfutter
  • Neufertigung und Einbau der Heizrohre (Fremdauftrag)
  • Beseitigung der Schäden an den vier Feuerbüchsecken und am Bodenring - Neufertigung und Austausch (Fremdauftrag)
  • Aufarbeitung beider Dampfstrahlpumpen
  • Bedarfsaufarbeitung sämtlicher Armaturen
  • Roststäbe erneuern
  • Feuerschirm erneuern
  • Änderung der Rohrführung vor der Waschluke rechts im Führerhaus
  • Anfertigung und Anbringung der hinteren Kesselführung
  • Einbau Rauchkammernässeinrichtung
  • Erneuerung Schonerblech Rauchkammertüre

Arbeiten Fahrwerk/Bremse

  • Grundreinigung (erledigt)
  • Maßnahmen zur Erreichung der richtigen Stellung des Hauptbremshebels (Kürzung der Bremszylinderdruckstange, Anpassung/Neufertigung der Bremswelle)
  • Anbringung von Fangeisen an Bremstangen und Bremsbalken
  • Aufarbeitung Luftpumpe
  • Leitungsanschluß Luftpumpe
  • Vergrößerung des Leitungsquerschnitts zum Bremszylinder und zum Steuerventil
  • Bremsuntersuchung Stufe 3
  • Prüfung der Luftbehälter; ggf. Tausch des Hauptluftbehälters (Baujahr zweifelhaft, Beule)
  • Einbringung von Beilagen in allen Stangenlagern
  • Beseitigung des Kreuzkopfspiels (rechts und links) und des Hubscheibenspiels (rechts)
  • Beseitigung der Kollision Kreuzkopf – Stopfbuchse links
  • Überarbeitung der undichten Ablaßschrauben der Unterkästen

sonstige Arbeiten

  • Änderung der Rohrführung vor der Waschluke rechts im Führerhaus
  • Änderung sämtlicher Rohre gemäß Musterblatt
  • Anbringung von Griffstangen gemäß Musterblatt
  • Anfertigung von Lampen (vier Große, zwei Kleine) (Aufrag vergeben)
  • Ersatz der kaputten Fensterscheiben (Nachweis für Sigla an allen Glasscheiben; ggf. Tausch)
  • Einbau Pufferbatterie und Laderegler
  • Indusi- und Funkfrist/Umrüstung GSM-R

Schönheitsreparaturen

  • Inbetriebnahme des Rauchkammerzentralverschlusses
  • Überstand des Rauchkammertürblechs entfernen
  • Entfernung der Rauchkammervorreiber (erledigt)
  • Nietattrappen an Wasserkästen, Führerhaus, Kohlenkasten und Rauchkammer (Versuche in Arbeit)
  • Verlegung der Lichtmaschine in die Werkzeugkiste vor dem linken Wasserkasten (siehe Foto)
  • Verlegung der Zentralschmierung ins Führerhaus
  • Ersatz der Schmierpresse durch Michalk oder De Limon
  • Verlegung der Betriebsnummer an die Rauchkammer, Anfertigung der Halter
  • Neufertigung Betriebsnummer (gemäß Uz-Plan 1905/06 = „7294 Cöln“) (Gußmodell fertig)
  • Neufertigung Militärleistungszeichen (Gußmodell fertig)
  • Neufertigung Gattungsschild (Gußmodell fertig)
  • Neufertigung Fabrikschild „Hohenzollern 1895/850“ (Gußmodell fertig)
  • Neuanstrich (6008/3012) ohne Zierlinien gemäß Endzustand Länderbahnzeit
  • Änderung der Trittstufen und Laufbretter am Kohlenkasten
  • Ersatz aller Stahlrohre durch Kupferrohre
  • Beseitigung der Rostnarben am Gestänge, Strichpolitur
  • Anfertigung Untersatz für Dampfläutewerk

 zulassungsrelevante Unterlagen

„Bescheinigung der Prüfung vor Inbetriebnahme“ (Abnahmeprüfung des Kessels mit Nachweis der Konstruktionsprüfung, Bauprüfung/Bauartzulassung, Wasserdruckprüfung, Anlagenprüfung)

„Beschreibung der Kesselanlage“ (Aufzählung und Benennung aller Komponenten)

„Sicherheitsanweisungen/Besonderheiten zur Kesselanlage“ (betrifft den Ersatzkesselbetrieb)

„Erklärungen des Herstellers Raw Meiningen:

  • Maßnahmen, wie Gewicht und Schwerpunkt des Ersatzkessels an den Altkessel angepaßt wurden – Wiegeblatt und Achslastnachweis
  • Maßnahmen, wie die fehlende Rahmenversteifungsführung des Ersatzkessels gleichwertig zur Konstruktion des Musterblattes III-4f: T 9 (T 91) konstruktiv berücksichtigt wurde

 

gez. Badmann(öBL) – Stand 7.9.2005