Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn

                                           WR200B14

 

Diese Fahrzeuge verkörpern die zweiachsige, 200 PS-Version der typisierten Wehrmachts-Diesellokomotive, deren ursprüngliche Bezeichnung WR200B14 lautete. Dabei stand das W für Wehrmacht, das R für Regelspur, gefolgt von Leistung, Achsfolge und Achsdruck. Insgesamt wurden bis Kriegsende 75 Lok dieses Typs gebaut. Daneben entstanden noch 261 Lok der WR360C12/14, 4 Lok der WR 240B14 und drei Lok der WR550D14. Dies war die erste größere Diesellokoserie Europas. Ihnen gemeinsam war die Ausrüstung mit einem langsamlaufenden Schiffsdieselmotor. Die Kraftübertragung erfolgte hydraulisch und über Blindwelle und Stangen auf die Achsen. Die erfolgreiche Verwendung der hydraulischen Kraftübertragung über ein Voith-Getriebe brachte dieser Technik den Durchbruch weltweit. Die WR-Lok verfügten über zwei Fahrstufen. Die damit erreichbare Höchstgeschwindigkeit im Rangiergang sind 30 km/h, im Streckengang 60 km/h. Haupteinsatzgebiet der WR200B14 wurden Nachschubdepots und Versorgungslager von Heer und Luftwaffe.

Unsere erste Lok wurde am 28.6.1943 von Deutz mit der Fabriknummer 39 643 an das Reichsluftfahrtministerium geliefert. Ihr erster Einsatzort war der Luftpark Wiener Neustadt. Im einer Bestandsliste der Österreichischen Staatsbahn von 1946 taucht die Lok mit der Bezeichnung 2000.2 B-dh mit Standort Wels wieder auf, kam aber nicht in den Bestand der späteren Österreichischen Bundesbahn. Ab 1954 finden wir sie als Lok 9007-P beim United States Army Transportation Corps(USA/TC) im Einsatz bei einem US-Depot in der Pfalz. Der Einsatz endete 1964 mit dem Verkauf an den Lokhändler Glaser in München, der sie noch im selben Jahr an die Steinhuder-Meer-Bahn weiterveräußerte. Dort erhielt sie die Betriebsnummer 262. Haupteinsatzgebiet war der Güterverkehr von Wunstorf zum Kaliwerk. Dieser Einsatz endete 1979. Bis 1985 wurde sie als Reservelok vorgehalten und dann an die Museumseisenbahn Paderborn verkauft. Hier wurde die Lok in Anlehnung an die zur Deutschen Bundesbahn gelangten WR200B14 als V20 042 bezeichnet und auf der Strecke zwischen Paderborn und Büren und auf der Industriebahn Paderborn eingesetzt. Der Bocholter Verein zur Erhaltung und Förderung des Schienenverkehrs e.V. erwarb 1988 die Lok ohne sie jedoch betrieblich zu nutzen. Im September 2002 übernahm das SEH die Lok.