Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn

Lok 13 der BLE

 

Die Braunschweigische Landeseisenbahn (BLE) nahm im Juli 1886 auf dem Teilabschnitt Braunschweig-Nord – Hoheweg – Dernburg den Betrieb auf, der später bis Seesen verlängert wurde. Außerdem kamen noch die Strecken Hoheweg – Wolfenbüttel und Braunschweig Nord – Fallersleben hinzu, so daß das Netz eine Streckenlänge von 108,7 km erreichte.
Die Lokomotivbeschaffung der BLE orientierte sich an den Fahrzeugen der Preußischen Staatsbahn und dabei insbesondere an der für den Nebenbahn- und Verschiebedienst seit 1882 beschafften pr. T3. Nach dem Musterblatt M III-4e wurden für die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung (KPEV) 1263 Lok beschafft. Hinzu kommen weitere 52 Lok nach Musterblatt M III-4p. Zusammen mit den von verstaatlichten Privatbahnen übernommenen Lok ergab das einen Gesamtbestand von 1373 Lok bei der KPEV. Weitere 68 Lok beschafften die Mecklenburgischen Staatsbahnen, außerdem gingen 15 Lok an die Oldenburgischen Staatsbahnen. In Anlehnung an die T3 beschafften auch zahlreiche Privat- und Werksbahnen Lokomotiven dieser Bauart, so daß sich ein Gesamtbestand von etwa 1600 Lok ergibt. Allerdings gab es bedingt durch den über mehr als drei Jahrzehnte dauernden Beschaffungszeitraum auch unzählige Bauartunterschiede. Dies gilt insbesondere für die Privatbahnlok, die den jeweiligen lokalen Bedürfnissen bereits bei der Anschaffung angepaßt wurden oder später umgebaut wurden.
Die BLE beschaffte für ihre Strecken zwischen 1886 und 1917 insgesamt 24 verschiedene T3. Darunter befand sich die 1898 von der Maschinenfabrik Esslingen unter der Fabriknummer 2985 gelieferte Lok 13, die zusätzlich den Namen „RHUEDEN“ erhielt. In ihrem Aufbau entsprach sie wesentlich dem Musterblatt M III-4e (2), hatte aber geänderte Kesselaufbauten und war in ihrer Gesamtlänge etwas länger. Bei der Verstaatlichung der BLE am 1. Januar 1938 wurde die Lok gemäß dem Nummernschema der Deutschen Reichsbahn in 89 7531 umgezeichnet. Beheimatet blieb sie weiterhin in Braunschweig-Nord, daß jetzt zum Bahnbetriebswerk (Bw) der Reichsbahndirektion (Rbd) Hannover wurde. Weitere Stationen führten die Lok in die Bw Börßum, Halberstadt, Hannover Hbf, Braunschweig, Oberhausen-Osterfeld Süd und Duisburg-Ruhrort Hafen. Bei der Rbd Essen wurde 89 7531 am 12. Februar 1947 ausgemustert. Danach kam die Lok allerdings wieder als Werklok 3 des Ausbesserungswerks Schwerte in Dienst, der bis 1968 andauerte. Die erneute Ausmusterung erfolgte am 21. Juni 1968. Damit war sie eine der letzten aktiven T3. Listenmäßig wurde die Lok als 89 6003 geführt und war sogar noch als 089 003-8 vorgesehen.
Für eine Aufstellung als Denkmallok interessierten sich die Städte Hannover und Burgsteinfurt. Die Kosten verhinderten jedoch diese Projekte. Danach wurde die Lok vom Deutschen Dampflokmuseum in Neuenmarkt-Wirsberg erworben, stand allerdings bis 1975 herum, ehe sie dorthin überführt wurde. Zwei Jahre später gelangte sie dann in einen Freizeitpark in der Nähe von Bad Hersfeld. Ein Privatsammler wiederum kaufte die Lok und brachte sie nach Finsterwalde in der Niederlausitz. Nachdem sich allerdings die dortigen Pläne zerschlagen hatten, konnte die Lok 2003 für das SEH erworben werden. (JB)